Presse - 06.03.2026

Jetzt wird gebaut!

Ein historischer Moment für das Zukunftsprojekt: Der Anschlag des Haupttunnels läutet die aktive Bauphase beim Stadttunnel Feldkirch ein.

Mit der Anschlagfeier am 6. März hat der Bau des Haupttunnels des Stadttunnels Feldkirch offiziell begonnen. Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Christoph Bitschi: „Der heutige Tunnelanschlag ist ein historischer Moment für dieses Projekt, für Feldkirch und für ganz Vorarlberg. Nach vielen Jahren der Planung und von Vorbereitungsarbeiten beginnt nun die Umsetzung des Herzstücks eines Projekts, das für Generationen gedacht ist.“ Rund 8000 Menschen, ein Fünftel der Feldkircher Bevölkerung, werden Tag und Nacht spürbar vom Verkehrslärm entlastet. Das Land Vorarlberg, die Stadt Feldkirch und die Vorarlberger Energienetze GmbH, Vertreter der ausführenden ARGE Jäger Bau/STRABAG/Hilti & Jehle sowie geladene Gäste kamen im künftigen Portalbereich in der Felsenau zusammen, um den Auftakt für die Umsetzung dieses Generationenprojekts gemeinsam zu begehen.

„Der Stadttunnel wird den Verkehr aus dem Lebensraum der Stadt holen und damit für tausende Menschen spürbar mehr Ruhe, bessere Luft und höhere Lebensqualität bringen. Gleichzeitig eröffnet er an der Oberfläche neue Möglichkeiten für die Stadtentwicklung, für sichere Wege zu Fuß und mit dem Fahrrad sowie für einen verlässlichen öffentlichen Verkehr. Dieses Projekt zeigt, dass wir Mobilität und Lebensqualität gemeinsam denken. Der Stadttunnel Feldkirch ist daher weit mehr als ein Infrastrukturprojekt – er ist eine Investition in die Zukunft der gesamten Region“, sagte Landeshauptmann Wallner in seiner Ansprache.

Landesstatthalter und Verkehrslandesrat Bitschi pflichtete dem Landeshauptmann bei. Er sprach von einem guten Tag für Feldkirch und ganz Vorarlberg: „Der Stadttunnel Feldkirch ist ein zentrales Zukunftsprojekt, das insbesondere die Bärenkreuzung, die Innenstadt und angrenzende Wohngebiete massiv vom Durchzugsverkehr entlasten wird. Mit dem Tunnelanschlag starten wir in die aktive Bauphase und setzen einen entscheidenden Schritt für eine deutliche Verkehrsentlastung und mehr Lebensqualität in der Region.“ Zugleich sei damit ein starker wirtschaftlicher Impuls verbunden: „Ein Großteil der Aufträge geht an heimische Unternehmen. Dadurch bleibt die Wertschöpfung im Land, unsere Betriebe werden gestärkt und Arbeitsplätze gesichert“, so Bitschi.

Projekt mit langer Geschichte und 48 geprüften Varianten
Dem heutigen Tunnelanschlag gingen jahrzehntelange Überlegungen und viele Jahre sorgfältiger Planung voraus. Aufgrund des hohen regionalen und grenzüberschreitenden Verkehrsaufkommens stauen zu Stoßzeiten seit jeher Fahrzeugkolonnen durch die Feldkircher Innenstadt. Bereits als in den 1970er Jahren der Pfändertunnel geplant wurde, gab es Überlegungen für eine Umfahrung.

Der Stadttunnel Feldkirch war das Ergebnis eines mehrjährigen, konsensorientierten Planungsverfahrens. Dabei wurden 48 Varianten untersucht. Die 2009 vorgestellte Bestvariante umfasst einen unterirdischen Kreisverkehr mit vier Ästen (Felsenau, Altstadt, Tisis und Tosters). In Verbindung mit zahlreichen Begleitmaßnahmen, die eine nachhaltige Entlastung des Straßennetzes und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sicherstellen, wird der Stadttunnel Feldkirch seine Wirkung voll entfalten und den Durchzugsverkehr aus dem Lebensraum der Stadt Feldkirch rausholen.

Weit mehr als ein Entlastungsprojekt für Feldkirch
Der Stadttunnel wird den Gesamtverkehr an der Bärenkreuzung um etwa ein Viertel verringern, den Schwerverkehr sogar um fast zwei Drittel. Zwischen Tisis und der Felsenau wird sich die Luftgüte deutlich verbessern. Für Feldkirch ist dieses wichtige Infrastrukturvorhaben jedoch weit mehr als das langersehnte Entlastungsprojekt. „Mit dem Stadttunnel gewinnen wir Raum, Lebensqualität und neue Perspektiven“, verdeutlicht Bürgermeister Manfred Rädler, „und wir nutzen diese einmalige Chance für unsere Bevölkerung.“

Platz für Stadtentwicklung und sanfte Mobilität
Die entlasteten Straßen schaffen Platz für Menschen zu Fuß oder auf dem Fahrrad, für Stadt- und Ortsteilentwicklung und die Förderung sanfter Mobilität. Sobald der Durchzugsverkehr unterirdisch geführt wird, kann die L191 zu einem attraktiven öffentlichen Raum rückgebaut werden. Der öffentliche Verkehr kann den Fahrplan zuverlässig einhalten. Einsatzfahrzeuge kommen schneller ans Ziel.

Und auch der Marktgemeinde Frastanz bringt der Stadttunnel mehr Lebensqualität. „Im Ortsteil Fellengatter/Maria Grün werden durch die Verlegung der 110-kV-Leitung in den Tunnel die Hochspannungsmasten aus dem Landschaftsbild verschwinden“, erklärt Bürgermeister Walter Gohm. „Außerdem wird der Schleichverkehr deutlich abnehmen.“ Nach der Fertigstellung des Stadttunnels plant die Marktgemeinde zusätzliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.

Neues Kapitel unter gutem Stern
Die Anschlagfeier markiert den Beginn eines neuen Kapitels des Zukunftsprojekts Stadttunnel Feldkirch – ein wegweisender Moment für zukunftsfähige Mobilität und nachhaltige Entwicklung. Nach der kirchlichen Segnung durch den Generalvikar der Diözese Feldkirch, Hubert Lenz, folgte der Tunnelanschlag. Mit der ersten offiziellen Sprengung am Portal des Haupttunnels in der Felsenau übernahm Julia Bitschi das Amt der Tunnelpatin. Als irdische Vertreterin der Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer, der Heiligen Barbara, soll sie den Mineuren Glück bringen und symbolisch über einen sicheren, unfallfreien Bauverlauf wachen.

Geänderter Bauablauf spart Zeit und Kosten
Der nun begonnene Vortrieb des Haupttunnels wird voraussichtlich bis Herbst 2028 dauern. Parallel wird am Innenausbau des Stadttunnels gearbeitet, zuletzt folgt die Tunnelausrüstung. Dazu zählen alle technischen Anlagen, die eine sichere, reibungslose Nutzung gewährleisten, wie Beleuchtung, Belüftung, Verkehrsleit- und Notrufsysteme. Im Dezember 2025 wurde bei der UVP-Behörde ein Änderungsantrag eingebracht. Durch einen optimierten Ablauf sollen die Bauarbeiten beschleunigt und Kosten reduziert werden.

Fotos: ©Land Vorarlberg/B.Hofmeister

Anschlagfeier Stadttunnel Feldkirch

Die Anschlagfeier markiert den Beginn eines neuen Kapitels des Zukunftsprojekts Stadttunnel Feldkirch – ein wegweisender Moment für zukunftsfähige Mobilität und nachhaltige Entwicklung.
Projektverantwortliche, ausführende Unternehmen und geladene Gäste kamen im Portalbereich in der Felsenau zusammen, um den Auftakt für die Umsetzung dieses Generationenprojekts gemeinsam zu begehen.
"Ein guter Tag für Feldkirch und ganz Vorarlberg": Der Stadttunnel Feldkirch ist eine Investition in die Zukunft der gesamten Region.
Als irdische Vertreterin der Heiligen Barbara soll Tunnelpatin Julia Bitschi den Mineuren Glück bringen und symbolisch über einen sicheren, unfallfreien Bauverlauf wachen.