Nutzen

Der Stadttunnel wird für Feldkirch die langersehnte Entlastung bringen. Die nachhaltige Reduzierung des Verkehrs und der Emissionen strahlt auch positiv auf die zukünftige Stadt- und Ortsteilentwicklung aus. Denn der Verkehr wird dann vor allem auf den Durchzugsstraßen statt durchs Wohngebiet fließen. Das bedeutet: mehr Platz für nachhaltige Mobilität und ein Gewinn an Lebensqualität.

Nachhaltige Verkehrsentlastung

Die Bärenkreuzung zählt mit 40.000 bis 50.000 KFZ pro Tag (!) zu einer der am stärksten befahrenen Kreuzungen in Vorarlberg. Durch den Stadttunnel können nicht nur die Anwohner im Bereich der Bärenkreuzung aufatmen: Der gesamte Verkehr kann um etwa ein Viertel reduziert werden, die Entlastung beim LKW-Verkehr beträgt sogar fast 60 Prozent. 

Aufatmen auf der Letze
Die L191a Liechtensteiner Straße und die L190 Vorarlberger Straße von der Bärenkreuzung bis zur Felsenau sowie die Grenzübergänge in Tosters und Nofels werden durch den Stadttunnel entlastet. Auch auf der Letze wird sich durch das Tunnelprojekt der Verkehr deutlich verringern. Fast 70 Prozent des Gesamtverkehrs fährt durch diesen Ortsteil von Frastanz, der Durchzugsverkehr ist besonders in der Abendspitze stark. Mit dem Stadttunnel wird der Anteil um mehr als zwei Drittel reduziert.

Was ist die geplante Höchstgeschwindigkeit im Stadttunnel?

Im Stadttunnel wird eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gelten.

Reduktion von Lärm und Emissionen

Feldkirch ist seit rund 15 Jahren Sanierungsgebiet nach dem Immissionsschutzgesetz Luft. Das Stadtgebiet gehört zu den Orten in Österreich mit der höchsten Stickoxidbelastung. Bei einigen Schadstoffen wie Stickstoffdioxid (N02) erwartet man durch eine modernere Fahrzeugtechnik eine deutliche Verbesserung. Bei anderen Schadstoffen wird der technische Fortschritt auch in Zukunft wohl nur geringe Reduktionen mit sich bringen. 

Luftqualität messen
Insbesondere für die Anrainer:innen entlang der Stadteinfahrt in der Felsenau, rund um die Bärenkreuzung und entlang der Liechtensteiner Straße wird der Stadttunnel Entlastung bringen. Um die Veränderungen der Luftqualität nachweisen zu können, hat die Behörde eine lufthygienische Beweissicherung vorgeschrieben. Die Luftqualität wird daher vor, während und nach dem Bau des Stadttunnels im gesamten Projektgebiet dokumentiert. 

Luftgüte sichern
Die Verkehrsemissionen im Stadttunnel werden zum Großteil über ein Lüftungsbauwerk am Stadtschrofen ausgeleitet. Im Umfeld des Lüftungsbauwerks kommt es in Bodennähe bis zu zehn Meter Höhe zu keiner relevanten Veränderung der Luftgüte. Auch für die nächsten Anrainer:innen gibt es keine Veränderung der Luftqualität. Das Lüftungsbauwerk befindet sich zum großen Teil unter der Erde. Die entstehende Abwärme soll sinnvoll genutzt werden. 

Lärm reduzieren
Verkehr bedeutet Lärm. Für rund ein Fünftel der Bevölkerung von Feldkirch und Frastanz bringt der Stadttunnel Feldkirch diesbezüglich eine Entlastung. Im Gegensatz dazu wird sich die Lärmsituation bei weniger als einem Prozent der Einwohner:innen verschlechtern – wobei die Lärmimmissionen hier unter den geltenden ÖAL-Grenzwerten liegen. 

Um Lärm für die Anwohner:innen sowohl während der Bauarbeiten als auch nach der Inbetriebnahme des Stadttunnels zu vermeiden bzw. zu verringern, werden umfassende Lärmschutzmaßnahmen durchgeführt. Entsprechende Vorkehrungen sind beispielsweise im Bereich Schulbrüderareal vorgesehen bzw. zum Teil auch schon umgesetzt worden. In Frastanz entstand in der Parzelle Fellengatter eine rund 450 Meter lange Lärmschutzwand entlang der L190. 

Wie beeinflusst das Lüftungsgebäude auf der Letze die Luftqualität?

Diese Frage wurde im UVP-Verfahren über zwei Instanzen durch mehrere unabhängige und gerichtlich beeidete Sachverständige auf Basis vorangegangener umfangreicher Messungen zu Klima und Windverhältnissen auf dem Stadtschrofen untersucht.

Final wurde von der Behörde festgestellt, dass aufgrund der Ausblashöhe und der Ausblasgeschwindigkeit keine nachteilige Beeinträchtigung der Luftqualität zu erwarten sein wird und eine rasche Verteilung und Verdünnung in höheren Luftschichten erfolgen wird. Sämtliche Grenzwerte können eingehalten werden. Dies zeigen auch Vergleiche mit anderen bereits bestehenden Lüftungsgebäuden (z.B. Pfändertunnel, Citytunnel, Arlbergtunnel).

Stadtentwicklung und Lebensqualität

Eine fruchtbare Stadtentwicklung hängt maßgeblich mit einer gut funktionierenden Mobilität zusammen. Attraktive öffentliche Straßenräume, insbesondere in den Stadtteilzentren und an den Hauptverkehrsachsen, haben eine große Bedeutung für die Wohn- und Lebensqualität sowie für das Erscheinungsbild von Feldkirch. Neben den positiven Auswirkungen auf die Stadtentwicklung profitiert auch das Orts- und Landschaftsbild durch weniger Verkehr und den Abbau von Hochspannungsleitungen. Der Stadttunnel bringt Lebensraum zurück.

Chancen durch den Stadttunnel ergreifen
Ein wesentliches Ziel der Feldkircher Stadtentwicklung ist die Erhaltung und Aufwertung des öffentlichen Straßenraumes als festen Bestandteil des Stadtbildes und des Lebensraumes, vor allem für Fußgänger:innen sowie den Radverkehr. Dabei sollen auch die Chancen durch den Stadttunnel Feldkirch und seine begleitenden Maßnahmen genutzt werden. 

Mit dem geplanten Stadttunnel Feldkirch sollen die Hauptverkehrsachsen (Durchzugsstraßen) im Stadtgebiet entlastet werden. Zudem ist die unterirdische Verkehrsführung in den Tunnelarmen die Grundvoraussetzung, dass zentrale Straßenräume, insbesondere in den Stadtteilzentren aufgewertet werden können.

Damit ist der Stadttunnel viel mehr als ein entlastendes Verkehrsprojekt – er bietet enormes Potenzial für die zukünftige Stadtentwicklung von Feldkirch. Eine Reihe von Begleitmaßnahmen kann jedoch erst dann angegangen werden, wenn der Tunnel bereits in Betrieb ist. Bei der Ausarbeitung dieser Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität wird die Stadt auch die Feldkircher Bevölkerung einbinden.

Essenzieller Bestandteil des Projekts sind zahlreiche Maßnahmen im Stadtgebiet, die mehr Sicherheit und Raum für die sanfte Mobilität schaffen und das bestehende Straßennetz dauerhaft entlasten.

Übersicht über die begleitenden Maßnahmen zum Stadttunnel Feldkirch:

Welche Ziele werden mit den Begleitmaßnahmen verfolgt?
  • Sicherstellung einer dauerhaften Entlastung durch den Stadttunnel
    durch Erhöhung des Verkehrswiderstands
  • Erhöhung der Lebensqualität
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit
  • Verbesserungen für den ÖPNV
  • Verbesserungen für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen
  • Verflüssigung des Verkehrs
  • Sicherstellung der städtebaulichen Qualität 
Welche Arten von begleitenden Maßnahmen gibt es und wo werden sie umgesetzt?

Die Begleitmaßnahmen können unterteilt werden in straßenpolizeiliche Maßnahmen (z.B. LKW-Durchfahrtsverbot, Geschwindigkeitsreduktionen), verkehrsorganisatorische Maßnahmen (z.B. Verkehrslenkung mittels Ampelanlagen) und bauliche Maßnahmen (z.B. Umgestaltung der Zentrumsbereiche in Tosters und Tisis). Schwerpunktmäßig sind entsprechende Aktivitäten in folgenden Straßen- und Stadtbereichen vorgesehen:

  • (1) Schillerstraße (Illbrücke bis Portal Altstadt): Die Schillerstraße wurde verlegt und vom Schulzentrum abgerückt, eine Busspur sowie ein Geh- und Radweg wurden gebaut. Die neue Verbindung „Schulbrüderstraße“ erleichtert die Zufahrt zum LKH und entlastet die staugeplagte Pruggergasse.
  • (2) Schlossgraben: Zwischen Saalbaugasse und Wichnergasse wird über eine Neuorganisation des Straßenraums nachgedacht, um mehr Platz für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen zu schaffen. Der Überquerung der L190 wurde bereits verbessert, was die Fußwegverbindung Bahnhof-Innenstadt sicherer und attraktiver gemacht hat.
  • (3) Letze-Fellengatter: Die 110-kV-Hochspannungsleitung der Vorarlberger Energienetze GmbH, die über die Letze führt, wird von der Felsenau bis zum Kloster in den Tunnel verlegt. Die Versorgungssicherheit wird dadurch weiter erhöht, die hohen Masten verschwinden aus dem Landschaftsbild.
  • (4) Bärenkreuzung: Die Aufteilung der Fahrspuren wird neu organisiert, Busse und Radfahrer:innen sollen dabei bevorzugt werden. Frei werdende Flächen können neu gestaltet werden, z. B. als Schutzwege oder Radstreifen.
  • (5) Einfahrt Felsenau: Die Radverbindung zwischen Feldkirch und Frastanz entlang der stark befahrenen L190 wird zum Illufer hin neugestaltet. Die neue Trassenführung mit Radwegbrücke und -unterführung leitet den Radverkehr sicher und kreuzungsfrei am Portal Felsenau vorbei.
  • (6) Ortszentrum Tisis & Tosters: 2019 wurde bereits das Ortszentrum von Tosters umgestaltet und verkehrsberuhigt. Das Ortszentrum von Tisis wird durch entsprechende Maßnahmen ebenfalls aufgewertet.
Wird mit der Inbetriebnahme des Stadttunnels von der Bärenkreuzung bis Tisis eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h eingeführt?

Nein. Lediglich in einigen Bereichen von Feldkirch sollen als Begleitmaßnahmen beispielsweise Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 oder 40 km/h, Umgestaltungen der Straßenräume, LKW-Fahrverbote etc. umgesetzt werden – so u.a. im Ortszentrum von Tosters, in Nofels oder auf einem Teil der Liechtensteiner Straße zwischen den Portalen Altstadt und Tisis. Diese Maßnahmen dienen der Sicherstellung der mit dem Stadttunnel verfolgten Verkehrsentlastung im Siedlungsgebiet von Feldkirch und verdeutlichen, dass der Stadttunnel nicht nur ein Entlastungsprojekt, sondern ein grundlegendes Stadtentwicklungsprojekt darstellt. Diese Begleitmaßnahmen wurden auch gerade von Gegnern des Stadttunnels im Zuge des Verfahrens gefordert.

Ausbau der sanften Mobilität

Die Realisierung des Stadttunnels und der begleitenden Maßnahmen rückt auch die umweltverträgliche Fortbewegung in der Stadt Feldkirch in den Vordergrund. Im Mittelpunkt der sanften Mobilität stehen Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und der öffentliche Verkehr – Geh- und Radwege sowie Busspuren schaffen Entlastung für das Straßennetz und gleichzeitig mehr Sicherheit. Bereits umgesetzt wurden der Lückenschluss der Busspur vor der Pädagogischen Hochschule in Tisis sowie die Verkehrsberuhigung im Zentrum von Tosters.

Inwieweit schafft der Stadttunnel bessere Erreichbarkeiten und mehr Sicherheit?

Weniger Verkehr im Stadtzentrum bedeutet mehr Sicherheit für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. Mit der Verlegung der L191a wurde bereits die Sicherheit für die Schüler:innen der angrenzenden Schulen erhöht. Und das Landeskrankenhaus Feldkirch, eine der wichtigsten medizinischen Einrichtungen des Landes, ist nun einfacher zu erreichen: Die im Zuge der vorbereitenden Maßnahmen für den Stadttunnel errichtete neue Verbindungsstraße in die Carinagasse, die "Schulbrüderstraße", hat die Zufahrt zum LKH entscheidend verbessert.

Zahlreiche Pendler:innen überqueren täglich die Grenzen zu Liechtenstein oder der benachbarten Schweiz und müssen dabei die Bärenkreuzung passieren. Der Stadttunnel wird auch für ihren Arbeitsweg eine spürbare Zeitersparnis bringen.

Volkswirtschaftlicher Nutzen

Eine gut funktionierende Infrastruktur ist essenziell für die Wirtschaft und die Bevölkerung. Großprojekte beschäftigen zahlreiche Menschen, Aufträge können an heimische Unternehmen und Lieferanten vergeben werden, Steuern und Abgaben gelangen zurück in den regionalen Wirtschaftskreislauf. Der Stadttunnel Feldkirch ist ein Projekt für Generationen!

Wie viel kostet der Stadttunnel und wer bezahlt das?

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 260 bis 275 Millionen Euro. Diese Kosten werden von einer Bauherrengemeinschaft bestehend aus Land Vorarlberg, Stadt Feldkirch und der illwerke vkw AG getragen. Der Bund (Staat Österreich) steuert für den Bau des Stadttunnels 40 Millionen Euro bei. Der Stadttunnel Feldkirch ist eine Investition für Generationen.

Wie wird sichergestellt, dass die Aufträge im Land bleiben?

Natürlich sollen bevorzugt unsere heimischen Unternehmen zum Zug kommen. Das hängt allerdings von der Größe des Auftragsvolumens ab – diesbezüglich gelten die Vorgaben des Bundesvergabegesetzes. Bis zu gewissen Schwellenwerten kann entweder direkt vergeben oder der Anbieterkreis für die Ausschreibung eingegrenzt werden. Bei den großen Baulosen wie dem Haupttunnel ist eine europaweite Ausschreibung verpflichtend. Von Vorteil ist, dass Vorarlberg über Unternehmen verfügt, die im Tunnelbau international tätig sind und eine hohe Kompetenz aufweisen. Zudem zeigt die Erfahrung bei derart großen Bauprojekten, dass sich in der Regel Arbeitsgemeinschaften bilden, bei denen regionale Partner und Lieferanten mit eingebunden sind.

An welche Vorarlberger Unternehmen sind bereits Aufträge vergeben worden?

Unter anderen die folgenden heimischen Betriebe haben bislang an der Planung und Umsetzung des Entlastungsprojekts Stadttunnel Feldkirch mitgearbeitet (in alphabetischer Reihenfolge): 

3 G Gruppe Geotechnik Graz ZT GmbH, Dornbirn
3P Geotechnik ZT GmbH, Bregenz
August Rädler GmbH, Wolfurt
AVD Vermessung ZT GmbH, Dornbirn
Bartenbach GmbH Werbe- und Straßentechnik, Bürs
Bautechnische Versuchsanstalt an der HTL Rankweil
Dr. Brugger & Partner ZT GmbH, Bludenz
Elektro Reisegger GmbH. & Co. KG., Feldkirch
Elektro Steiner GmbH , Nüziders
EWF Elektrotechnik und Warenhandel Frastanz GmbH
GeoCon GmbH, Feldkirch
GEOLOGIC - Technisches Büro für Geologie, Andelsbuch
GEOMAEHR GmbH, Götzis
Gieselbrecht GmbH, Langen bei Bregenz
Gobber Bau GmbH, Bregenz
Gort Hermann. Hoch- und Tiefbauunternehmen, Frastanz
Hartmann Fenster, Nenzing
Hilti & Jehle, Feldkirch
HTB Baugesellschaft mbH, Nüziders
Ing. Joachim C. Humpl, Sachverständigenbüro, Bludenz
Ingenieurbüro Huber, Weiler
Jäger Bau, Schruns
K & M Brandschutztechnik, Lochau, Vorarlberg
Kalb Analytik AG, Feldkirch
Kreativ Service, Bludenz
M+G Ingenieure, Feldkirch
Mähr Franz - Architektur Modellbau, Feldkirch
Marte.Marte Architekten, Feldkirch
MBM Sanitär – Vorfertigungen, Rankweil
Meurer Lucio, Gartenbau, Mäder
Plankel Bohrungen, Wolfurt
PlanPlus, Nüziders
R. u. H. Bartenbach GmbH, Bürs
Raumwerk Gerd Arnold, Wolfurt
Rhomberg Steinbruch, Bregenz
Sandholzer Dach & Service Center, Koblach
SF Forst-Konzept e.U., Wolfurt
Spiegel Gernot Ing. und Sachverständiger für Bauwesen, Dornbirn
Stadtwerke Feldkirch, Feldkirch
STRABAG, Dornbirn
Thurnher Druckerei, Rankweil
Tomaselli Gabriel Bau, Nüziders
UMG Umweltbüro Grabher, Dornbirn
Vermessung Markowski Straka ZT GmbH, Feldkirch-Altenstadt
Wolfgang Ritsch Architekten, Dornbirn
wpa Beratende Ingenieure GmbH, Dornbirn