Presse - 16.07.2026

Kundmachung für UVP-Änderungsverfahren

Optimierter Bauablauf für fristgerechte Fertigstellung, weniger Schwerverkehr durch die Innenstadt während der Bauphase und geringere Bau- und Logistikkosten. Das Land Vorarlberg informiert über die Auflage der Verfahrensunterlagen und die Möglichkeit zur Einsichtnahme.

Seit dem Tunnelanschlag im vergangenen März schreitet der Bau des Haupttunnels zügig voran. Mehr als die Hälfte des Tunnelasts Felsenau ist zwischenzeitlich ausgebrochen. Seit kurzem laufen außerdem die Arbeiten am parallel geführten Fluchtstollen. Anfangs war geplant, den Stadttunnel Feldkirch in zwei Abschnitten zu realisieren. Ein optimierter Bauablauf soll nun die fristgerechte Fertigstellung des Stadttunnels, weniger Schwerverkehr durch die Innenstadt während der Bauphase und geringere Bau- und Logistikkosten bringen.

Vorgesehen ist eine gesamthafte Umsetzung des Projekts mit geänderter Vortriebsrichtung im Tunnelast Tosters. Anstelle einer früheren Teilinbetriebnahme wird es 2030 die Vollinbetriebnahme geben. „Wir sind beim Bau des Stadttunnels auf gutem Wege. Durch die geplanten Änderungen beim Bauablauf sollen weitere Optimierungen vorgenommen werden“, betont Landesstatthalter Christof Bitschi: „Der Stadttunnel Feldkirch verbindet moderne Infrastruktur mit mehr Lebensqualität, schafft Spielräume für die Stadtentwicklung und generiert zugleich erhebliche Wertschöpfung.“

Mehr als geringfügige Änderung gemäß Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz
Die Anpassung des ursprünglich eingereichten Bauablaufs stellt eine mehr als geringfügige Änderung gemäß Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVP-G) dar und muss von der zuständigen Behörde geprüft und bewilligt werden. Im vergangenen Dezember wurde der entsprechende Änderungsantrag nach § 18b UVP-G gemeinsam mit den aktualisierten Fachgutachten zu Lärm, Luftschadstoffen und Verkehr eingebracht. Diese Unterlagen wurden von der Behörde unter Einbeziehung von Sachverständigen geprüft. In der Folge erhielten das Land Vorarlberg, die Stadt Feldkirch und die Vorarlberger Energienetze GmbH als Projektträger einen sogenannten Verbesserungsauftrag, mit dem ergänzende Unterlagen und Präzisierungen zu einzelnen Aspekten angefordert wurden. „Diese Ergänzungen haben wir fristgerecht ausgearbeitet und am 26. Juni bei der UVP-Behörde eingereicht“, sagt Martin Zitt, Leiter der Abteilung Straßenbau im Amt der Landesregierung.

Nun hat die Behörde die öffentliche Kundmachung veranlasst. Während der gesetzlichen Auflagefrist von sechs Wochen können die Unterlagen bei den Standortgemeinden digital eingesehen werden und die nach dem UVP-G betroffenen Parteien und Beteiligten können sich dazu äußern. Im Anschluss findet die öffentliche mündliche Verhandlung statt, in der die eingebrachten Stellungnahmen und Einwendungen erörtert und die bestellten Sachverständigen gehört werden. Danach entscheidet die Behörde über das Vorhaben.

Positive Auswirkungen auf Verkehrsbelastung und Kosten
„Wir sehen nur noch eine Vortriebsrichtung vor. Das bedeutet, dass der Tunnelast Tosters nicht vom Portal Tosters aus gebaut, sondern der gesamte Haupttunnel über die Felsenau aufgefahren wird“, erklärt Stadttunnel-Projektleiter Bernhard Braza. „Auf diese Weise haben wir weniger Schwerverkehr im Stadtgebiet. Denn das Ausbruchmaterial vom Flucht- und Wartungsstollen Tosters wird nicht mehr über den Kapfweg und durch den Ardetzenbergtunnel und über die Bärenkreuzung abtransportiert, sondern unterirdisch über die Baustelleneinrichtung Felsenau.“ Zusätzlich ist beantragt worden, den Baustellenverkehr teilweise auf emissionsarme und umweltfreundliche E-LKW umzustellen. Durch den adaptierten Bauablauf reduzieren sich zudem Bau- und Logistikkosten.

Die laufenden Bauarbeiten werden vom Änderungsverfahren nicht berührt und können auf Grundlage der bestehenden Genehmigung planmäßig fortgeführt werden. Die voraussichtliche Bauzeit für den Vortrieb des Abschnitts Felsenau beträgt rund neun Monate und endet im Herbst 2026. Neben dem Tunnelbau wird derzeit auch am Portalbauwerk Altstadt gearbeitet, der Bau des Portals Tisis ist in Vorbereitung.