UVP-Änderungsverhandlung zu optimiertem Bauablauf
Sobald der Stadttunnel in Betrieb geht, wird der Durchzugsverkehr unterirdisch verlaufen und die Menschen in Feldkirch spürbar entlasten. Um das Generationenprojekt wirtschaftlicher und auch umweltfreundlicher fertigzustellen, beabsichtigen die Projektträger Land Vorarlberg, Stadt Feldkirch und Vorarlberger Energienetze, den genehmigten Bauablauf zu ändern.
Die Anpassung des Bauablaufs stellt eine mehr als geringfügige Änderung gemäß Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVP-G) dar und bedarf daher einer behördlichen Genehmigung. Der Änderungsantrag nach § 18b UVP-G samt ergänzenden Fachgutachten zu Lärm, Luftschadstoffen und Verkehr wurde im vergangenen Dezember eingebracht. Nach Prüfung durch die Behörde und die Sachverständigen wurden weitere Unterlagen angefordert und vom Projektträger nachgereicht. Die öffentliche Auflage ist zwischenzeitlich abgeschlossen. Heute, Mittwoch, findet nun die öffentliche mündliche Verhandlung statt. Dabei werden eingebrachte Stellungnahmen und Einwendungen erörtert und die Sachverständigen gehört. Anschließend entscheidet die Behörde über den Änderungsantrag.
Weniger Diesel-LKW-Fahrten und weniger Lärm
Martin Zitt, Leiter der Abteilung Straßenbau im Amt der Landesregierung, verweist darauf, dass der geänderte Bauablauf mehrere Vorteile bringt: „Bauprozesse können optimiert, Logistikkosten reduziert und die Belastungen für das Umfeld verringert werden.“
So darf das Ausbruchmaterial des Flucht- und Wartungsstollens gemäß ursprünglichem Bescheid per Diesel-LKW vom Portal Tosters über Kapfweg, Bärenkreuzung und Innenstadt zur A14 Frastanz transportiert werden. „Nun treiben wir den Stollen von innen nach außen in Richtung Tosters vor. Das anfallende Material wird direkt durch den Tunnel in die Baustelleneinrichtung in der Felsenau gebracht und von dort mit dem Elektro-LKW über die Autobahn A14 abtransportiert“, informiert Stadttunnel-Projektleiter Bernhard Braza. Dadurch fällt eine erhebliche Anzahl an Diesel-LKW-Fahrten im städtischen Bereich weg.
Gleichzeitig verringert sich durch die geänderte Vortriebsrichtung die Lärmbelastung für die Anwohnenden im Portalbereich Tosters. „Da sowohl der Flucht- und Rettungsstollen als auch der Tunnelast Tosters nicht mehr vom Portal Tosters aus vorgetrieben werden, finden die Sprengungen jetzt im Berginneren statt“, sagt Braza.
Bauarbeiten gehen planmäßig weiter
Die laufenden Bauarbeiten sind vom Änderungsverfahren nicht berührt und können auf Grundlage der bestehenden Genehmigung planmäßig fortgeführt werden. Anfang September wurde bereits der 893 Meter lange Tunnelast Felsenau vollständig ausgebrochen, wenig später auch der parallel verlaufende Flucht- und Rettungsstollen. Nun folgen der Bau des unterirdischen Kreisverkehrs mit Anschluss an den Tunnelast Tisis, der Maschinenkaverne für Lüftung und elektromaschinelle Einrichtungen, des Schrägschachts sowie des Tunnelasts Altstadt. Parallel dazu laufen die Arbeiten an den Portalbauwerken: Seit November 2025 wird das Portal Altstadt gebaut, Anfang Oktober 2026 starten zudem die Arbeiten am Tunnelportal Tisis. Und im Frühjahr sollen die Vorbereitungsarbeiten für das Portal Tosters am Kapfweg beginnen.