Faktencheck: "Kleine Lösung - große Entlastung?"
Die Behauptung, dass eine "kleine Lösung", ein verkürzter Tunnel von der Felsenau bis in die Altstadt, fast ebenso viel Entlastung bringen würde wie der Stadttunnel, ist falsch.
Der Stadttunnel Feldkirch war das Ergebnis eines mehrjährigen, konsensorientierten Planungsverfahrens, bei dem insgesamt 48 Varianten untersucht wurden (siehe untenstehende Grafik 3). Die nun umgesetzte Bestvariante 5.3 umfasst einen unterirdischen Kreisverkehr mit vier Ästen (Felsenau, Altstadt, Tisis und Tosters) in Verbindung mit zahlreichen Begleitmaßnahmen, die eine nachhaltige Entlastung des Straßennetzes und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sicherstellen.
Der Stadttunnel Feldkirch wurde konzipiert, um das städtische Siedlungsgebiet rund um die Innenstadt – von der Bärenkreuzung entlang der Schillerstraße bis kurz vor die Tisner Grenze – größtmöglich zu entlasten. Der Tunnelast Altstadt dient einerseits der direkten Anbindung des Landeskrankenhauses Feldkirch (über die Carinagasse), der Tunnelast Tosters der direkten Anbindung des Industrie- und Gewerbegebietes am Kapfweg. Heute fährt der größte Teil des Schwerverkehrs ins Gewerbegebiet Kapfweg über die Bärenkreuzung und den Schlossgraben.
Die vorgeschlagene „kleine Lösung“ und der damit verbundene Wegfall der Tunneläste Tisis und Tosters hätten spürbare Konsequenzen: Zunächst gäbe es keinerlei Verkehrsentlastung in Tisis zwischen dem Schulbrüderareal und der Grenze. Stattdessen würden täglich 10.000 PKW und 700 LKW* zusätzlich durch das Ortszentrum fahren. Außerdem müsste der gesamte Schwerverkehr des Gewerbegebietes Kapfweg weiterhin über die Kapfbrücke, den Ardetzenbergtunnel, die Bärenkreuzung und den Schlossgraben bzw. in Richtung Altenstadt geführt werden. Die Grafiken 1 und 2 zeigen die Entlastung des Stadttunnels im Vergleich zur "kleinen Lösung".
Nicht zuletzt würde die Stadt Feldkirch in ihren Möglichkeiten der Stadt- und Ortsteilentwicklung massiv eingeschränkt. Nach Fertigstellung des Stadttunnels wird die Stadt im Rahmen der im UVP-Bescheid vorgeschriebenen Begleitmaßnahmen die Landesstraße L191a zwischen der Bärenkreuzung und der Grenze vom Land übernehmen, zurückbauen und zu einem attraktiven öffentlichen Raum aufwerten. In Tisis soll das Ortszentrum entwickelt werden. Bei einer „kleinen Lösung“ wäre das nicht möglich – ebenso wenig wie ein Ausbau des öffentlichen Verkehr und sicherere Verbindungen für Radverkehr und Menschen zu Fuß.
Welche Aussagen zum Stadttunnel Feldkirch stimmen – und welche nicht? Der Faktenchecker beleuchtet viele weitere Behauptungen rund um Verkehrsentlastung, Umwelt, Stadtentwicklung und Lebensqualität, Verfahren, Kosten sowie zum Tunnelast Tosters >> jetzt nachlesen.
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